EINLADUNG ZUR VIRTUELLEN PRESSEKONFERENZ AM 01.04.2020 & PRESSEMITTEILUNG #2 von Reclaim Club Culture zur #unitedwestream und zur Spendenkampagne “Save Berlin’s club culture in quarantine” zum 31.03.2020

Liebe Medienvertreter*innen // Medienvertretende, liebe Interessent*innen // Interessierte
 
im Namen von Reclaim Club Culture und der Clubcommission Berlin laden wir Sie herzlich ein zu unserer Online-Pressekonferenz, am 01.04.2020 um 11:00 Uhr aus den Alex.TV Studios bzgl. “United We Stream” und der dazu laufende Spenden-Kampagne “Save Berlin’s Club Culture in Quarantine”. Sie erhalten dort einen Zwischenbericht zum bisherigen Verlauf der Kampagne sowie der weiteren Planung und inhaltlichen Erweiterung des Streams. 
 
Seit dem 18.03.2020 läuft die Kampagne zur Rettung der Berliner Clubkultur über https://unitedwestream.berlin, die an den Spendenaufruf (https://uws.betterplace.org) gekoppelt ist. Unter dem Motto “Solidarität brauchen Viele” werden auch Gelder für den Stiftungsfond “Zivile Seenotrettung” gesammelt, um so mit einem Anteil von 8% des gesamten Spendenvolumens Geflüchteteninitiativen zu unterstützen. 
 
Bitte berücksichtigen Sie die Pressemeldung im Anhang.
 
Mit besten Grüßen
 


 
Die Online-Pressekonferenz findet statt am: 
 
Mittwoch, 01.04.2020 um 11 Uhr
Den Link zum Video-Stream der Veranstaltung stellen wir am Mittwoch um 11:00 auf www.unitedwestream.org zur Verfügung
 


 
Weitere Informationen zum Ablauf der virtuellen Pressekonferenz: 
Auf Grund der aktuellen Lage werden neben der Moderation ausschließlich die Pressesprecher*innen der Clubcommission Berlin und von Reclaim Clubculture vor Ort sein. Expert*innen aus den unterschiedlichen Gewerken und Projektpartner*innen, sowie alle Interessierten und Pressevertreter*innen werden online zugeschaltet.
 
Wir bitten Sie, sich bis Mittwoch um 09:00 Uhr unter presse@unitedwestream.org zur Online-Pressekonferenz anzumelden. Sie erhalten dann mit Ihrer Akkreditierungs-E-Mail einen Einladungs-Link mit Information zur Einwahl in den virtuellen Raum. Bitte stellen Sie vorab sicher, dass Sie alle technischen Vorabinformationen gelesen und alle technischen Vorkehrungen für einen reibungslosen Ablauf der Konferenz getroffen haben. Gerne können Sie mit Ihrer Anmeldung auch schon erste Fragen schicken. Sie werden während der Pressekonferenz die Möglichkeit bekommen, Fragen per Chat oder Audio-Einwahl zu stellen. 
 
Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass Video- und Sprachaufnahmen während der Online-Pressekonferenz gestattet sind und bitten daher alle Beteiligten um eine entsprechende Einverständniserklärung. Anfragen für Einzelinterviews mit den Initiator*innen schicken Sie bitte an Rosa Rave (Pressesprecher*in Reclaim Club Culture, Kontakt: clubculture@riseup.net) und Lutz Leichsenring (Pressesprecher Clubcommission, Kontakt: presse@clubcommission.de).
 
United We Stream Berlin, 31.03.2020
 
 
*** PRESSEMITTEILUNG ***
 
 
Seit dem 18.03.2020 läuft die Kampagne “United We Stream” zur Rettung der Berliner Clubkultur über https://unitedwestream.berlin, die an den Spendenaufruf “Save Berlin’s Club Culture in Quarantine”  (https://uws.betterplace.org) gekoppelt ist. 

Unter dem Motto “Solidarität brauchen Viele” werden auch Gelder für den Stiftungsfond “Zivile Seenotrettung” gesammelt, um so mit einem Anteil von 8% des gesamten Spendenvolumens Geflüchteteninitiativen zu unterstützen. 

Gemeinsam mit vielen helfenden Händen laufen derzeit Tag für Tag von 19-24 Uhr DJ-Sets und Live-Konzerte, gestreamt aus verschiedenen Clubs der Berliner Clublandschaft. Dabei wird während der Corona-Quarantäne die musikalische Bandbreite der Berliner Clubkultur in viele Wohnzimmer oder WG-Küchen gebracht. In der virtuellen Clubatmosphäre bekommen alle ihre tägliche Dosis Sound und können währenddessen durch Spenden ihren Beitrag zum Erhalt der Clubkultur leisten. 

Möglich ist dieses einzigartige Projekt nur dadurch, dass derzeit Tag und Nacht hunderte Freiwillige am Programm und dessen Umsetzung arbeiten. Bereits mehrere Dutzend Clubs haben sich dem Projekt angeschlossen. Knapp 5 Mio. Menschen wurden bis heute mit der “United We Stream”-Kampagne über die verschiedenen Social Media- und Streaming-Kanäle der Kampagne erreicht.
 
Trotz der enormen Spendenbereitschaft – es konnten bis dato knapp 300.000 € gesammelt werden –  wird die Summe bei weitem nicht ausreichen, um den Bestand an Clubs und die zehntausenden daran geknüpften Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu erhalten. 
 
 
United We Stream goes global – and beyond Corona
 

#UnitedWeStream hat innerhalb von nur 11 Tagen ein hohes Maß an Bekanntheit erlangt und wächst stetig und schnell weiter. Als Ergänzung des Musikprogramms werden momentan weitere Programmformate mit unterschiedlichen Akteur*innen aus Politik und der Kulturszene erarbeitet. 

#UnitedWeTalk: Die ganze Welt der Menschen ist durch das Corona-Virus aus den Fugen geraten. Plötzlich ist alles anders. Politische Handlungen, die vor vier Wochen noch völlig unrealistisch waren, passieren plötzlich über Nacht. Die Welt nach dieser einzigartigen globalen Krise muss jetzt neu erfunden, ausgehandelt, weiterentwickelt und auf die politische Agenda gesetzt werden. 

Mit dem Debattenformat “United we Talk: Point Zero” wird die globale Krise als ein Startpunkt für eine notwendige gesellschaftliche Transformation begriffen: Gäste von Pop über Aktivismus bis Wissenschaft denken in die Zukunft, formulieren Visionen, setzen politische Forderungen und teilen neue Ideen. In jeder Episode kommen Betroffene und internationale Perspektiven zu Wort. Start der Reihe ist am Sonntag den 5. April zum Thema “Future Habitat”.
 
Die Berliner Kampagne hat bereits viele andere Städte weltweit inspiriert eigene “United We Stream”-Varianten zu gründen. Mit einem Open-Source-Konzept stellt https://unitedwestream.berlin anderen Städten Know-How und die inzwischen angemeldete Marke zur Verfügung. Im Gegenzug übernehmen die angedockten Projekte den Verteilerschlüssel und verpflichten sich, andere gemeinnützige Projekte mit 8% zu unterstützen. Waren bisher Soli-Parties und Demo-Raves das Mittel der Wahl für Proteste und Widerstand, braucht es nun neue Konzepte der politischen Intervention:
 
“United We Stream” begreift sich als notwendige politische Kampagne, um auf die größte Herausforderung, vor der die Clubkultur Berlins in ihrer Geschichte jemals stand, zu reagieren. Clubkultur ist bekannt dafür, sich schnell und spontan neuen Umständen anzupassen. Solidarisches Handeln und die Fähigkeit, schnell kreative Lösungen für Probleme finden zu können, werden in dieser Situation jedoch leider nicht ausreichen. Auch die finanziellen Mittel aus dem Crowdfunding sind für den Erhalt der kulturellen Vielfalt sicherlich hilfreich, aber bei Weitem nicht genug, um das Clubsterben zu verhindern. Daher sind wir auf das Handeln der politischen Akteur*innen angewiesen.   

Grenzenlose Soldidarität ist möglich – Es braucht den politischen Willen und Entschlossenheit  

Solidarität brauchen Viele: Unsere Solidarität gilt allen Betroffenen verfehlter Gesundheits-, Migrations-, Kultur- und Infrastruktur-Politik. Uns kommt es auf ein klares Bekenntnis aller zur Solidarität an. Die Antwort von Gesellschaft und Politik auf die Pandemie muss ein entschlossenes Füreinander-Eintreten sein. So wie im Rahmen unserer Kampagne große Clubs kleine Clubs supporten, müssen die wirtschaftlichen und politischen Schwergewichte Verantwortung übernehmen und solidarisch für die von Prekarisierung Betroffenen und Leidtragenden einer gescheiterten Wirtschaftspolitik einstehen. Die Solidarität darf dabei weder an der virtuellen Clubtür, noch an irgendwelchen Grenzen im Mündungsfeuer enden.  So wie einige Clubs im Winter Schlafplätze für Obdachlose oder Weihnachtsessen organisieren, was eigentlich der staatlichen Fürsorgepflicht entspräche, zeigen wir uns in dieser Kampagne solidarisch mit den Betroffenen der europäischen Abschottung. Die Berichte und Bilder der würdelosen Internierungspolitik kennen wir alle und wir sehen es als unsere Pflicht, auf diese katastrophalen Verhältnisse hinzuweisen und ein radikales Umdenken einzufordern. Wo Clubkultur diese Zustände in der Vergangenheit unter anderem mit Soli-Parties und Demo-Raves thematisiert hat, tut dies die Online-Kampagne nun durch einen solidarischen Spendenverteilungsschlüssel zugunsten der Zivilen Seenotrettung und einem symbolischen Schulterschluss mit den geförderten Initiativen. #leavenoonebehind  

Covid-19 und die dadurch ausgelöste Krise betrifft uns alle. Die breite Solidarität in der Gesellschaft ist enorm. Trotzdem trifft es prekarisierte Gruppen deutlich härter, während Gutverdienende und Privilegierte wesentlich besser dastehen. Social Distancing ist in einer Villa mit Garten oder in einem Penthouse mit Wintergarten sicherlich leichter zu ertragen, als in einer kleinen Wohnung oder in überfüllten Aufnahmezentren, Heimen, Lagern und Gefängnissen. 

Neben den psychischen Auswirkungen der Isolation nimmt die Zahl an Vorfällen häuslicher Gewalt alarmierende Ausmaße an. Die wirklich systemrelevanten Berufe, zur Zeit vor allem im Bereich der Pflege, ihre bisherige Marginalisierung und absolut unzureichende Entlohnung werden erst jetzt durch die Pandemie ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Viel zu spät. Die Fragilität des bestehenden Systems wird offensichtlich. Die kapitalistische Eigentums- und Wirtschaftsordnung kann für diese Krise keine humanen Lösungen bieten, da dieses Wirtschaftssystem den Aspekt der Nachhaltigkeit und Fürsorge bisher komplett ignorierte. Jahrelang wurde der Gesundheitssektor profitabilisiert, privatisiert und der notwendige Ausbau der gesundheitlichen Versorgung verhindert. Die dort arbeitenden Menschen waren schon vor dem Ausbruch der Corona-Krise an ihrer Belastungsgrenze. Vom Applaus der Bevölkerung können sie ihre mickrigen Gehälter nicht aufstocken.  

Schluss mit dem “Weiter So”.  Ergreifen wir die Chance für den Aufbau eines solidarischen Gesellschaftssystems!  

Daher gilt es jetzt für die Gesellschaft der Vielen, die Zukunft nach der Krise zu gestalten und diese Aufgabe nicht wie so oft in der jüngeren Vergangenheit der „freien Wirtschaft” zu überlassen. Dass ein entschlossenes Handeln zur Problemlösung seitens der Politik schnell gehen kann, zeigen die kürzlichen Umsetzungen von Anordnungen der Behörden und die neuen Gesetzesinitiativen.   

Corona stoppen. Clubsterben verhindern. Patriarchat abschaffen. Kapitalismus überwinden. Neue Rechte in Quarantäne!    

Für die sofortige Wiedereinsetzung des Asylrechts, für faire Asylverfahren und ein Bleiberecht für alle und auf Dauer.   Für die sofortige Evakuierung aller Schutzsuchenden auf Lesbos und die Aufnahme fairer Asylverfahren an den europäischen Außengrenzen.

#WirHabenPlatz. Für die sofortige Aussetzung des blutigen EU-Türkei Deals. 

Für die Abschaffung aller Jobcenter und anderer staatlicher Repressionsbehörden. 

Für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen ab sofort und auf Dauer, um die Prekarisierung u.a. von Care-Berufen, Künstler*innen und Soloselbstständigen zu beenden. 

Für bessere Bezahlung und größere Wertschätzung von Sorgearbeit.

Für die Vergesellschaftung von sogennannten systemrelevanten Bereichen wie Krankenhäuser, Pharmaindustrie, öffentlicher Personennahverkehr und Lebensmittelversorgung.

Für das sofortige Aussetzen der Gewerbemieten für Clubs und Kulturstätten.

Für Entschädigungen für die Schließungen nach dem Infektionsschutzgesetz.

Für die Ausweitung von Finanzierungshilfen für Selbstständige und kleine Gewerbe. 

Für ein Rettungspaket für Unternehmen mittlerer Größe.

Für die dauerhafte Aussetzung von Zwangsräumungen.

Für einen gemeinsamen Mietenstreik.

Für eine selbstorganisierte, solidarische und klimaneutrale Stadt.
 
Support your local Club.
Support your local Club workers. 
Support your local ANTIFA.
Support your local Refugee-Collective.
Support your local Squat.
Support your local Care-Team.
Support your global Seenotrettung.
 
Pressesprecherin Rosa Rave dazu: 
“Wir befinden uns zur Zeit an einem kritischen Wendepunkt in unserer Gesellschaft. Damit wir jetzt mitentscheiden können, was erhalten bleibt und was sich ändert, müssen wir JETZT handeln. Die Clubkultur werden wir über die Krise hinwegretten und alles andere stellen wir zur Debatte.”
 

#clubsterbenstoppen
#unitedwestream
#solorave
#leavenoonebehind

 Reclaim Club Culture 
Berlin, den 31.03.2020
 
Reclaim Club Culture ist ein Netzwerk aus Veranstalter*innen, Club- und Festivalbetreiber*innen, sowie Kollektiven, Forscher*innen und Kulturschaffenden der alternativen Szene.
In den vergangenen Jahren hat Reclaim Club Culture diverse Demonstrationen und Aktionen gegen die AfD, die Abschottungspolitik an den EU-Außengrenzen, sowie zu Themen alternativer Stadtpolitik, Verdrängung, Clubsterben und für eine andere Klimapolitik mit- bzw. selbst organisiert. 
Zusammen mit zahlreichen anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert sich Reclaim Club Culture gegen den aufkommenden Faschismus in der Gesellschaft und eine neoliberal autoritäre Staatspolitik.  
In der Öffentlichkeit ist Rosa Rave die Pressesprecher*in des Bündnisses. Sie ist eine vielstimmige antifaschistische Clubkultur-Aktivistin aus der Zukunft.