Save Berlins Club Culture In Quarantine

Im Rahmen der abgeschlossenen Spendenkampagne hat United We Stream über 570.000 Euro Spenden gesammelt und damit Berliner Kulturorte und Kulturermöglicher*innen unterstützt.

66 Anträge

131 Bar | 808 | ://about blank | ACUD MACHT NEU | Alte Kantine Kulturbrauerei | Anomalie Art Club | AVA CLUB | Badehaus Berlin | Beate Uwe | Birgit&Bier | Bulbul Berlin | Burg Schnabel | Cassiopeia | Christa Kupfer | Club der Visionaere | Diskothek Melancholie 2 | ELSE | Festsaal Kreuzberg | Fiese Remiese | Frannz | Golden Gate Berlin | Gretchen | Griessmuehle | Hafenbar Berlin | Heideglühen | Insomnia | IPSE | Jonny Knüppel | KAKE |  Kater Blau | Klunkerkranich | loge. kneipenkollektiv | Madame Claude | M-BIA Club | Marie-Antoinette | Maze | Mensch Meier | Minimal Bar | MS Hoppetosse | Nuke Club | OHM Club | PANDA platforma | Polygon Club | Prachtwerk | Promenaden Eck | Ritter Butzke | Rummels Bucht | Sage Club | Sameheads | SchwuZ | Silent Green | SilverWings Club | Sisyphos | SO36 | Suicide Club | Süss. War Gestern | Tresor Club Berlin | Urban Spree | VOID Club | Watergate | Wilde Renate | YAAM | Zu Mir Oder Zu Dir | Zuckerzauber | Zur Klappe

554.011,64 € Spendensumme

146.666,52 € Supporting-Pool
318.881,03 € Culture-Pool
44.143,16 € Not ist nicht gleich Not Topf

Eine genaue Aufteilung der Gelder je Veranstalter*in oder Club können wir aus Datenschutzgründen nicht veröffentlichen.
Hier jedoch die Aufteilung der einzelnen Pools.

302.222,16 € 1. RUNDE – 18.3-15.4.20
62.222,00 € Supporting-Pool 20 %
216.000,00 € Culture-Pool 72 %
24.000,00 € Not ist nicht gleich Not Topf 8%

251.789,48 € 2. RUNDE – 16.4.-18.06.20
84.444,36 € Supporting-Pool
102.881,03 € Culture-Pool
20.143,16 € Not ist nicht gleich Not Topf 8%

44.320,93 € Verwaltungskosten* 8 % von der gesamten Spendensumme

WER KONNTE SICH BEWERBEN?

Es konnten sich Clubs/Live-Musikspielstätten mit Sitz in Berlin und mit bis zu maximal 1.500 Zuschauerplätzen bewerben. Hierzu möchten wir darauf hinweisen, dass unser gesammeltes Budget nur eine Nothilfe für existenziell bedrohte Clubs sein kann. Grundsätzlich soll der Club vorrangig Mittel aus eigenen Spenden und Rücklagen zur Sicherung der Mietzahlungen einsetzen.

Genauer gesagt kommen für die Teilnahme gemeinnützige, gemeinwohlorientierte sowie gewerblich betriebene Clubs und Live-Musikspielstätten, deren Räumlichkeiten, in denen die Veranstaltungen vollzogen werden und die in Berlin liegen, in Frage. Clubs und Live-Musikspielstätten im Sinne dieser Richtlinie sind Orte musikalischer Prägung, die mindestens 24 Veranstaltungen pro Jahr nach dem U-K Tarif (Live-Konzerte) der GEMA abrechnen. Alternativ können 48 Veranstaltungen unter Mitwirkung „künstlerischer DJs“ bzw. eine Mischung aus beiden Veranstaltungsarten im Verhältnis 1:2 zur Antragstellung berechtigen.

Einzelne Künstler*innen, Veranstalter*innen oder Kollektive können sich leider nicht bewerben. Sie können indes im Rahmen des Supporting-Pools Berücksichtigung finden, sofern sie gemeinnützig oder besonders förderungswürdig sind. 

WIE WURDE BEWERTET?

ERMITTLUNG DER PUNKTZAHL EINES ANTRAGS

Jeder rechtmäßige Antrag nimmt an der Entscheidung, ob es sich hierbei um einen geeigneten Veranstaltungsort für die geplante Konzertreihe handelt, teil. Jeder Antrag erhält zunächst 50 BASISPUNKTE, mit der er im Pool gewichtet ist. Hinzukommen mögliche 25 Punkte für “Harte” Kriterien und mögliche 25 Punkte für “weiche” Kriterien. So ergibt sich eine maximale Punktzahl von 100 Punkten.

“Harte” Kriterien (max. 25 Punkte)

Es gibt zwei Harte Kriterien, die zum Basis-Punktesatz des Antrags eine zusätzliche Punktzahl addieren:

(a1) Anzahl der Jahre, die der Club in Berlin existiert ODER
(a2) Anzahl der Jahre, an denen am derzeitigen Standort Clubkultur existiert:

1 bis 5 Jahre   3 Punkte
5 bis 10 Jahre   6 Punkte

Über 10 Jahre 10 Punkte

(a3) Anzahl der fest (versicherungspflichtig) angestellten Mitarbeiter*innen im Club (Stichtag 05.03.2020) sowie Minijobber*innen. 

  • Minijob bzw. bis 10 h/Woche multipliziert mit Faktor 0,3
  • 10h/Woche bis 30 h/Woche multipliziert mit Faktor 0,6
  • Über 30 h/Woche Anzahl

Durch Addition aller Angestellten (im Produkt mit ihrem jeweiligen Faktor) ergibt sich eine Gesamtsumme:

  • bis 10,0 – 3 Punkte
  • 10,1 bis 20,0 – 7 Punkte
  • 20,1 bis 50,0 – 10 Punkte
  • Über 50 – 15 Punkte

“Weiche” Kriterien (max. 25 Punkte)

Neben den harten Kriterien geben wir den Clubs zusätzlich die Gelegenheit, für die Darstellung einiger “weicher” Kriterien, die für die Berliner Clubkultur von besonderer Bedeutung sind, weitere Punkte zu erhalten. Dafür geben sie freiwillig Auskunft über den Stellenwert folgender Themen für ihren Club:

  • Inklusivität: Es werden sowohl  beim Publikum, als auch bei der Belegschaft ernsthafte Anstrengungen unternommen, eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen – unabhängig von eventuellen Beeinträchtigungen, Alter, Geschlecht, Herkunft, sozialem Status oder sonstigen individuellen Merkmalen.
  • Diversität und Geschlechtergerechtigkeit: Die bewusste Unterstützung von Künstler*innen unterschiedlicher sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft und People of Color. Sowie ein ausgewogener Anteil bzw. ein gerechtes Verhältnis zwischen Frauen, Männern, Trans*- und intersexuellen Personen. Sowohl vor als auch hinter dem DJ-Pult.
  • Awareness und Awareness-Arbeit:
    • Awareness bezeichnet das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit für Situationen, in denen die Grenzen anderer überschritten werden bzw. wurden. Alle Formen von Diskriminierung und (sexualisierter) Gewalt können dabei eine Rolle spielen, es geht aber auch um Sensibilität für das Wohlbefinden einer Person.
    • Awareness-Arbeit zielt darauf ab, dass sich alle Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität, Hautfarbe, Herkunft, Aussehen und körperlichen Fähigkeiten möglichst wohl, frei und sicher fühlen können. Grenzüberschreitende Situationen und (sexualisierte) Gewalt sollen durch Bewusstmachung von Strukturen und deren Reflexion bereits im Vorfeld verhindert werden. Wenn sie doch auftreten, gibt es geschultes Personal, an das sich betroffene Personen wenden können, um Beratung, Unterstützung und gegebenenfalls Hilfe zu bekommen.
  • Dazu gehören unter anderem aufklärendes Infomaterial, eigens dafür eingesetzte Teams neben dem Sicherheitsteam, Aushänge und Konzepte zur aktiven Unterstützung und die aktive Begleitung von durch Übergriffe betroffenen Personen bei der Aufarbeitung des Erlebten.
  • Sozio-kulturelles Engagement: Die Organisation/Unterstützung solidarischer und gemeinschaftsstiftender Aktivitäten, Beteiligung an bzw. von sozio-kulturellen Events (Demonstrationen, Infoveranstaltungen etc.), sowie die Förderung von Harm Reduction im Club u. ä.
  • Ökologische Nachhaltigkeit: Bestrebungen, einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Clubbetrieb zu ermöglichen, bspw. indem auf Energieeffizienz, kurze Lieferketten, nachhaltige Produkte, Müllvermeidung oder den Code of Conduct (Zero Waste e.V.) geachtet wird.

Jede dieser fünf Kriterien kann bis zu 5 weitere 1 bis 5 Punkte bringen. Anhand der Ausführungen der Clubs sowie aus eigenen Erfahrungen einigt sich der Jury-Beirat bei diesen Kriterien auf eine Punktzahl (Konsensprinzip).

Jeder Club gibt selbst an, inwiefern er diese Kriterien innerhalb seiner Belegschaft/seines Teams berücksichtigt sieht, sowie welchen Stellenwert sie bei der Türpolitik, ihrem Publikum und der musikalischen/künstlerischen Kulturproduktion darstellen. Dies beschreiben sie bei der Antragsstellung bestenfalls durch die Nennung besonderer Veranstaltungsformate, getroffener Maßnahmen (im Zeitraum der letzten 12 Monate) und einer kurz gehaltenen Selbsterklärung.

Es ist uns wichtig, dass alle Clubs angehalten sind, ihre Rolle als Kulturproduzent*innen zu reflektieren und ihren Umgang mit unterrepräsentierten Gruppen, weniger privilegierten Positionen und der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung zu hinterfragen.

Berechnung des Culture-Pools in der 1. RUNDE – 18.3.-15.4.2020

RECHTSANSPRUCH, ÄNDERUNGEN, GERICHTSSTAND

United We Stream ist eine Initiative des Clubcommission Berlin e.V., des Netzwerks Reclaim Club Culture, vielen weiteren Akteur*innen aus der Clubkultur und dem gemeinnützigen Verein BERLIN WORX e.V..

Die Urheber behalten sich vor, einzelne Punkte zu ändern, zu ergänzen oder zu streichen. 

Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme an dieser Konzertreihe und auf die Höhe der übernahmefähigen Kosten besteht in keinem Fall. 

Gerichtsstand ist Berlin.



*Verwaltungskosten sind meist Gemeinkosten. Darunter fallen Werbungskosten, Honorarvergütungen für Sachbearbeitung, Anwaltskosten und eine Ehrenamts-Pauschale. Sie lassen sich nicht unmittelbar einem bestimmten Leistungsbereich zuordnen. Im Sinne einer satzungsgemäßen Mittelverwendung sind Verwaltungskosten alle Aufwendungen, die nicht unmittelbar den steuerbegünstigten Zwecken zugute kommen, sondern durch den allgemeinen Funktionserhalt der Organisation entstehen. Eine ausschließlich unmittelbare Mittelverwendung ist gemeinnützigkeitsrechtlich nicht gefordert. Die Selbstlosigkeit fehlt nicht bereits deshalb, weil Mittel der Körperschaft für Verwaltung, Mitgliederwerbung oder Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden, wenn diese Ausgaben zur Begründung und Erhaltung der Funktionsfähigkeit und damit auch zur Verfolgung des satzungsgemäßen Zwecks erforderlich sind (Bundesfinanzhof [BFH], Urteil vom 18.12.2002, Az: I R 60/01; Abruf-Nr. 073947).

DIE POOLS 

Alle Spenden von United We Stream sind in drei Pools aufgeteilt. Der Supporting-Pool (20 %) wird zu gleichen Teilen an die Clubs und Veranstalter*innen verteilt, die einen Live Stream produzieren. Der Culture-Pool (72 %) unterstützt Clubs bei der Sicherung ihrer Existenz. Von der gesamten Spendensumme fließen 8 % in den dritten Topf namens “Not ist nicht gleich Not”. Dessen Spenden gehen an den “Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung”.

SUPPORTING-POOL – 20 %

Von der Spendensumme fließen 20 Prozent der Beträge in den Supporting-Pool. Nach mehreren Wochen erfolgt die Verteilung an die teilnehmenden Clubs und Veranstalter*innen (nachfolgend Streamingpartner*innen genannt). Hierbei ist der Ausstrahlungstermin maßgebend. Die Gelder werden zu gleichen Teilen an die Streamingpartner*innen s, die einen oder mehrere Streams in der Zeit gehostet haben, aufgeteilt. Dabei erhält jede*r Streamingpartner*in einen Anteil, ungeachtet der Anzahl von Streams, die er*sie gehostet hat. Die an diesem Pool partizipierenden Streamingpartner*innen sind angehalten, bei der Verwendung dieser Summe auch Künstler*innen, Angestellte u. a. Personen des engeren Netzwerkes  mitzubedenken.

CULTURE-POOL – 72  %

In den Culture-Pool fließen 72 Prozent der Spendensumme, die zur Existenzsicherung der Clubs vergeben werden. 

Die Vergabe im Culture-Pool erfolgt nach einem Punktesystem, in dem ein Club maximal 100 Punkte erreichen kann. Jeder Club erhält 50 Basispunkte. Zu diesen Basispunkten können maximal 25 Punkte für harte Kriterien sowie 25 Punkte für weiche Kriterien hinzukommen. Jeder Club macht im Antragsformular Angaben zu harten und weichen Kriterien. Die harten Kriterien, sowie die durch einen unabhängigen Jury-Beirat bewerteten weichen Kriterienwerden in Punkte übersetzt . Die beantragte Summe wird ins Verhältnis zur ermittelten Punktzahl sowie dem zur Verfügung stehenden Spendenvolumen gesetzt. Daraus ergibt sich die jeweilige Vergabesumme an den Club. 

Zudem fließen ausschließlich in diesen Pool alle Einzelspenden von Personen und Firmen, die das Projekt United We Stream unterstützen wollen. Personen oder Unternehmen, die einzelne Clubs unterstützen wollen sind angehalten, dies mit den Clubs direkt auszumachen und ggf. deren eigene Hilfsplattformen o. ä. zu nutzen.
Zur Gewichtung reichen Clubs einen Antrag in Höhe von 120 % der Betriebskosten-Miete (Netto) ein.

“Not ist nicht gleich Not”-Topf – 8 % 

Von der Spendensumme fließen 8 % an den “Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung”, dessen klare und transparente Förderkriterien eine zügige Mittelvergabe an die zivile Seenotrettung im Mittelmeer ermöglicht. Dadurch setzen wir ein zusätzliches solidarisches Zeichen: Es geht nicht nur um uns – Solidarität brauchen besonders diejenigen, die eine kleinere Lobby haben!

Jury-Beirat

BEWERTUNG DER WEICHEN KRITERIEN – 25 PUNKTE

Der Jury-Beirat hat die Aufgabe, die “weichen” Kriterien (max. 25 Punkte der möglichen 100 Punkte) der eingegangenen und rechtmäßigen Anträge zu bewerten. Daraus ergibt sich eine Gesamtpunktzahl für die “weichen” Kriterien für jede*n Antragsteller*in, mit der sein/ihr Antrag in den Pool aufgenommen wird.

Der Jury-Beirat hat nur Einfluss auf die Bewertung der “weichen” Kriterien (max. 25 Punkte).

Die Bewertung des Jury-Beirates hat daher mit 25 von 100 Punkten keinen Einfluss auf die Gesamtpunktzahl eines Clubs. Ein Club kann maximal 100 Punkte erreichen. Jeder Antrag erhält zunächst 50 BASISPUNKTE, mit der er im Pool gewichtet ist. Hinzukommen mögliche 25 Punkte für “harte” Kriterien und mögliche 25 Punkte für “weiche” Kriterien. So ergibt sich eine maximale Punktzahl von 100 Punkten.

ARBEITSWEISE

Die Sachbearbeitung prüft als erstes die Anträge auf Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit. Anhand der eingereichten Unterlagen werden im nächsten Schritt die Angaben der Antragsteller*innen bezüglich der Angabe der Betriebskosten-Miete (netto) sowie die “Harten” Kriterien geprüft:

  • Anzahl der Beschäftigten,
  • Existenzdauer der “Marke”/des Clubstandortes.

Anschließend übergibt die Sachbearbeitung alle ordnungsgemäßen Anträge dem Jury-Beirat zur Bewertung der “weichen Kriterien”. 

ZUSAMMENSETZUNG

Der Jury-Beirat ist ein durch die Clubcommission Berlin (CC), das Netzwerk Reclaim Club Culture (RCC) und die Akteur*innen der Clubkultur des United We Stream Projektes zu bestimmendes 10-köpfiges Gremium. Er ist ein divers zusammengesetztes Gremium, das möglichst viele Facetten der Berliner Clubkultur möglichst gut vertritt und kennt. Es ist ausgeschlossen, dass Jurymitglieder Antragsteller*innen sein können. Ebenso dürfen sie in keinem Vertragsverhältnis mit einem der Antragsteller*innen stehen, um Eigeninteressen der Juror*innen auszuschließen. 

Der Jury-Beirat arbeitet ehrenamtlich. Scheidet ein Jurymitglied, aus welchen Gründen auch immer, aus, so verständigen sich Clubcommission Berlin, das Netzwerk Reclaim Club Culture und die Akteur*innen der Clubkultur des United We Stream-Projektes auf eine adäquate Neubesetzung. Solange mindestens sechs Personen zeitgleich im Jury-Beirat sind, ist dieser grundsätzlich entscheidungsfähig.

MITGLIEDER

  1. Christine Möllers
  2. Frauke Heesing
  3. Ipek İpekçioğlu
  4. Katja Lucker
  5. Lewamm Ghebremariam
  6. Nicole Erfurth
  7. Pablo Vollmer
  8. Petra Sitzenstock
  9. Rosa Rave*
  10. Sven von Thülen